Dienstag, 15. Dezember 2009

Advent Advent ein Lichtlein brennt...



Die ersten zwei Ferienwochen sind fast um und die Zeit vergeht wie im Flug. Wir verbringen unseren Urlaub waehrend der Woche hauptsaechlich in Managua und erholen uns am Wochenende am Strand. Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind die Straende in der Naehe unseres "Wochenenhaeuschens" wirklich sehenswert und in der Regel sind wir dort voellig alleine. Irgentwie ist die Gegend etwas aus der Mode geraten - was wir gar nicht bedauern. Die Nicas ziehen laute Musik und volle Beachrestaurants vor und da diese voellig fehlen, kommt auch keiner. Netterweise wird der Strand trotzdem sehr penibel gereinigt und es gibt absolut kein Treibgut, ausser Muscheln und Krebse.

Das ist unser "Palast". Wenn auch sehr einfach, so gibt es alles was wir brauchen und unser Vermieter Julio ist froh das wir uns um das alte Haus kuemmern. Unsere WG-Mitglieder sind etwas traeger und kommen daher selten - Marco war bisher noch nicht mal da. Nunja, jeder wie er mag. Da wir die Abmachung haben, dass jeder die Zimmer der anderen nutzen darf, wenn sie nicht da sind, ist immer reichlich Platz fuer Gaeste. Irgentwer findet sich immer, der Lust hat mitzukommen - so mangelt es uns weder an Gesellschaft, noch Sela an Spielkameraden.
Die vorgelagerten Felsen bilden verschiedene natuerliche Pools, je nach Ebbe oder Flut - ideal zum Planschen und fuer erste Tauchversuche unseres Youngsters.
Rueckfahrt auf Veras Pickup (eine unserer Kolleginnen) mit Hunden und Kindern.
Wie man sieht sind wir meistens ziemlich entspannt.....:-)

Aber neben den erfreulichen Dingen gibt es natuerlich auch immer etwas Aerger...unser Auto ist mal wieder in der Werkstatt um das gleiche Teil wie vor 4 Monaten erneut austauschen zu lassen. Der letzte Mechaniker hat nicht grade super Arbeit geleistet. Das ist hier das gleiche Leid wie in Ghana - staendiges Gefrickel und dauernd sind
die Kisten mit irgentwas anderem dran. Das nervt schon ein wenig. Wir haben darum Dianas alten Volvo gekauft (ein richtiger alter Cuba-Cruiser) - so koennen wir die Autos abwechselnd zum Mechaniker schieben....

Waehrend Chris sich taeglich mit 1,5 Stunden Mathenachhilfe anstrengt (die Kleine ist nicht grade motiviert), raucht mir taeglich der Kopf vor lauter Spanischvokabeln. Die Grammatik ist nicht gerade mal so eben erlernbar. Obwohl die Nicas meistens nur drei Zeiten im Alltag verwenden, reicht das fuer mich leider nicht und daher pauke ich taeglich Verbentabellen (die unendlich zu sein scheinen) und lese brav El Mundo und Co. Im Moment sehe ich manchmal den Wald vor lauter Baeumen nicht, aber laut Hubert Luna, meinem Spanischlehrer, schlage ich mich wacker...ich habe aber das Gefuehl ich schlage mich nur noch selbst - und zwar auf Spanisch (auch im Schlaf).
Der Englischunterricht ist da schon etwas einfacher - Jack Brown (so amerikanisch wie sein Name) versteht es Diana und mich bei Coffee a la Jack (mit Caramelgeschmack) bei Laune zu halten. Unsere Diskussionen ueber Politik, Wirtschaft und Geschichte sind aeusserst lehrreich und so schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe und moebeln neben unserem Englisch auch unser Allgemeinwissen auf. Da in unserem "Klassenzimmer"- Charlie's Cafe" so einige von Jacks Bekannten herumsitzen (Jack war mal Chefredakteur in Managua), bekommen wir auch noch mehr Gesellschaft und es geht daher lebhaft zu. Die Essays muessen wir immer bis Mitternacht per E-mail an ihn schicken, da Jack mit seinen 67 Jahren nicht mehr solange schlaeft und sich morgens langweilt.
Selassie besucht in den Ferien das Ferienprogamm des Kindergartens und hat taeglich Schwimmunterricht. Mittlerweile braucht er seine Bewegungsration, da er sonst vor lauter Energie den Weg ins Bett abends nicht findet. Langsam gehoeren wir auch zu den Eltern, die ihre Kinder zu deren Terminen durch die Gegend fahren. Obwohl ich eigentlich immer gegen diese Art von Programmen war, denke ich mittlerweile, dass wir ihm zu Hause einfach nicht mehr genug Abwechslung bieten koennen. Da er keine Geschwister hat finden wir es wichtig, dass er mit anderen Kindern Kontakte hat. Diese Woche wollen wir das erste mal ins Kino gehen und uns einen Tierfilm ansehen. Das Kino ist hier sehr schoen und billig (nur 2 USD). Man fuehlt sich fast wie zu Hause - so kalt ist die Klimaanlage. Wir werden uns gut mit Strickjacken und Muetzen bewaffnen...

Bis zum naechsten Post wuenschen wir allen unseren Lesern das Allerbeste und beneiden euch ein ganz klein wenig um die romantische Weihnachtszeit, den Schnee und das leckere deutsche Essen (Rotkohl, Braten und Knoedel gibts bei uns aber auch).


Leider hat unsere Kamera (bereits die zweite) ihren Geist aufgegeben und daher eine etwas unvollstaendige Dokumentation unserer Besucher und Freunde:



Vera arbeitet mit mir in der Grundschule und ist bereits seit fast drei Jahren hier.



Diana, meine beste Nicaraguagefaehrtin- sie verlaesst uns naechste Woche. Witzigerweise hat sie im Januar ein Vorstellungsgespraech mit dem neuen Direktor der Schweizer Schule Accra....wenn alles gut geht uebernimmt sie vielleicht meinen frueheren Posten in Ghana...

...Und Lars, unser "Hauslehrer" und Freund, der sich nur schweren Herzens im Februar wieder auf nach Berlin machen wird...vielleicht sehen wir uns dann ja bald wieder...

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