Sonntag, 6. Dezember 2009

Geschafft - das erste Schuljahr ist vorbei - wir haben Ferien

Festival de Natacion: Die Schiedsrichter - Diana, ich, Evelyn, Carsten und Isabelle



Nach zwei Wochen Stress ist mit dem Wochenende endlich Ruhe bei uns eingekehrt. Wir sind wieder in der Lage uns selbst um unser Kind kuemmern zu koennen, das in der letzten Zeit gezwungenermassen zum Emleadakind mutiert ist (Empleadas nennt man hier die Haushaelterinnen, auf Spanisch bedeutet es nur so viel wie Angestelter). Zu unserer grossen Erleichterung hat aber alles sehr gut funktioniert und Erica (unsere Haushaelterin) und Selassie haben sich blendend verstanden, da sein Spanisch mittlerweile recht gut ist
Den Abschluss des Schuljahres haben wir mit dem Kollegium ausgiebig gefeiert - ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte mal von 2 Uhr nachmittags bis um 3 Uhr morgens unterwegs war....muede sind wir immer noch.
Die Trockenzeit ist angebrochen, es regenet nur noch sehr selten und daher empfaengt uns momentan jeden Morgen ein strahlend blauer Himmel. Da ist es nicht so schwer gute Laune zu haben.
Es ist schon seltsam Weihnachtsdekoration bei 27 Grad aufzuhaengen. Der Nikolaus war dennoch heute da - aus Mangel an Stiefeln hatte Sela beschlossen seine Chucks ins offene Fenster zu stellen (vor der Tuere haette sie Mimi zerkaut). Chris bereitet gerade das spaete Fruestueck zu und dabei werden wir dann die zweite Kerze anzuenden. Natuerlich ist der Kranz nicht echt, denn in Nicaragua ist es etwas muehsam an Tannenzweige zu gelangen. Den kuenstlichen Weihnachtsbaum und die entsprechende Dekoration haben wir auch schon gekauft und dank eines neuen deutschen Laedchens gibt es sogar echten Marzipanstollen und Spekulatius. Die Nicas stellen ihre Christbaeume alle schon am 1. Dezember auf..es fehlen nur noch die Geschenke. Das kommt bei uns aber auf keinen Fall in die Tuete. So viel Tradition muss es dann doch sein.
Die naechsten Tage werden wir erst mal am Strand verbringen und erst Mitte der Woche in die Stadt zurueckfahren. Dann beginnt fuer mich die harte Lernphase:9 Stunden intensiv Spanisch und 6 Stunden Englisch pro Woche. Da ich mich im Februar beim Auswaertigen Amt zu den Eintsellungstests einfinden muss habe ich viel zu tun. Ich hatte mich vor ein paar Monaten fuer den gehobenen diplomatischen Dienst beworben und bin eingeladen worden - jetzt muss ich daher Kniegas geben...
Chris konnte nicht nein sagen und wird jetzt einen Privatschueler auf das Examen de Reparacion in Mathe vorbereiten - so nennt man hier die Nachpruefungen, die von der 2. Klasse an vorgenommen werden. Ausserdem werden wir in den Ferien Diana (siehe Foto) verabschieden. Sie kehrt in den Ruhrpott zurueck - ein schmerzhafter Verlust fuer uns , da sie meine engste Freundin hier ist. An das Kommen und Gehen gewoehnt man sich im Ausland irgentwie nie, je netter die Menschen desto schwerer wiegt dann der Verlust.Im Gegensatz zu unsere Zeit in Ghana, haben wir hier sehr viel engere Bande geknuepft und sind gerne Gastgeber und Gaeste. Sicher hat das auch viel mit Sela zu tun und der Erfahrung, dass man sonst sehr einsam ist. Vielleicht sind wir aber auch ein Stueck reifer geworden und toleranter. Es kommt uns nicht darauf an wie alt die Leute sind oder welche kleineren Macken sie eventuell haben - letztlich bedeutet die Vielfalt Bereicherung und ermoeglicht uns immer wieder ueber den eigenen Tellerrant hinauszuschauen.
Wir wuenschen euch allen einen schoenen 2. Advent und ein frohes Nikolausfest.


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